Dokdo Day: Was der 25. Oktober für Korea bedeutet
Am 25. Oktober begeht Korea den Dokdo Day. Der Gedenktag erinnert an die historische Zugehörigkeit der Inselgruppe Dokdo zu Korea. Gleichzeitig geht es um Unabhängigkeit und die Erinnerung daran, dass das Land seine Selbstbestimmung unter japanischer Herrschaft verlor. Dokdo ist deshalb für viele Koreaner ein Ort, an dem die eigene Geschichte persönlich wird.
Der Tag fällt 2026 auf einen Sonntag. Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen bieten Gelegenheit, Dokdo kennenzulernen. Um seine Bedeutung zu verstehen, braucht es zunächst einen Blick auf den Ort selbst. Denn hinter dem Namen stehen Inseln mit einer geschützten Natur, einer schwierigen Geschichte und Verbindungen zum heutigen Alltag.
Die Inseln hinter dem Namen
Dokdo liegt rund 87 Kilometer südöstlich der koreanischen Insel Ulleungdo im Meer zwischen Korea und Japan. Die Gruppe besteht aus den Hauptinseln Dongdo und Seodo sowie zahlreichen kleineren Felseninseln. Steile Küsten und felsige Hänge prägen die Landschaft. Das Gebiet ist als Naturdenkmal geschützt und bietet verschiedenen seltenen und gefährdeten Vogelarten Lebensraum.
Korea verwaltet Dokdo, dessen politische und emotionale Bedeutung weit über die Inseln hinausreicht. In einer 2026 veröffentlichten Untersuchung stuften 93 Prozent der koreanischen Befragten die Dokdo-Frage als wichtig ein. Die zugrunde liegende Befragung fand im August 2025 unter 1.585 Erwachsenen statt. Das Ergebnis belegt ein breites gesellschaftliches Interesse, auch wenn Menschen ihre Verbundenheit unterschiedlich ausdrücken.
Zeigt eingebettete YouTube-Videos. Beim Laden kann eine Verbindung zu Google/YouTube entstehen.
Warum der Gedenktag auf den 25. Oktober fällt
Das Datum verweist auf eine Entscheidung des damaligen Koreanischen Kaiserreichs. Am 25. Oktober 1900 genehmigte Kaiser Gojong den Erlass Nummer 41 zur Neuordnung der Verwaltung Ulleungdos. Das Dokument nennt auch Seokdo, das koreanische Behörden mit dem heutigen Dokdo identifizieren. Korea betrachtet den Erlass als einen historischen Beleg seiner Zugehörigkeit.
Japan gliederte die Inselgruppe 1905 in die Präfektur Shimane ein. Fünf Jahre später annektierte Japan Korea, das bis 1945 unter japanischer Kolonialherrschaft stand. Das koreanische Außenministerium beschreibt Dokdo deshalb als erstes koreanisches Gebiet, das der damaligen Expansion zum Opfer fiel. Japan bewertet die Eingliederung dagegen als Bestätigung eigener, bereits bestehender Hoheitsrechte.
Diese unterschiedlichen Bewertungen erklären den politischen Hintergrund. Die Erfahrung verlorener Selbstbestimmung erklärt zugleich, weshalb das Thema in Korea Gefühle auslöst. Forschung über die Beziehungen beider Länder beschreibt Dokdo als eng verbunden mit der Erinnerung an koloniales Unrecht. Den Gedenktag initiierte im Jahr 2000 der Bürgerverein Dokdo Guardians. Ein landesweiter Aufruf des Lehrerverbands und weiterer Organisationen folgte 2010.
Wie Dokdo im Alltag auftaucht
Ein bekannter kultureller Bezug ist das Lied „Dokdo ist unser Land“, das 1982 erschien. Es beschreibt die Inselgruppe und betont ihre koreanische Zugehörigkeit. Auch K-Pop greift darauf zurück. Die Girlgroup NMIXX sang 2024 in einer YouTube-Unterhaltungssendung Ausschnitte daraus, kombiniert mit anderen Songs. Das war ein einzelner Auftritt, keine Kampagne zum diesjährigen Gedenktag.
Eine andere Verbindung entsteht durch einen Besuch. Wer Dokdo betreten oder vom Schiff aus umrundet hat, kann eine Ehrenwohnerkarte beantragen. Sie verleiht kein Wohnrecht, sondern dokumentiert die Verbindung zum Ort. Im Mai 2026 berichtete die Zeitung Kyongbuk Ilbo über Besucher, die dafür beim Verwaltungsbüro anstanden. Sie beschrieben die Karte als besondere Reiseerinnerung und als bedeutungsvolles Dokument.
Daneben bleibt Dokdo Regierungsthema. Korea unterhält dort unter anderem eine Polizeistation und einen Leuchtturm. Die Regierung betrachtet die Zugehörigkeit als geklärt und lehnt Verhandlungen darüber ab. Japan beansprucht die Inseln unter dem Namen Takeshima. Als Japans Verteidigungsweißbuch diesen Anspruch im August erneut aufführte, protestierten das koreanische Außenministerium und das Verteidigungsministerium offiziell.
Geschichte weitergeben
Zum diesjährigen Wochenende verbinden Museen die historische Erinnerung mit heutigen Begegnungen. In Seoul sind ein Konzert und ein Vortrag über historische Karten angekündigt. Das Nationale Meeresmuseum in Busan bietet Programme über Geschichte und Natur Dokdos.
Der Dokdo Day bringt diese verschiedenen Zugänge zusammen. Historische Dokumente erklären den Anlass, kulturelle Bezüge und persönliche Erinnerungen machen die Verbundenheit sichtbar. Dahinter steht für Korea die Bedeutung des eigenen Landes und seiner Unabhängigkeit. Der 25. Oktober gibt dieser Erinnerung einen festen Platz im Jahr.

