Jejus Tourismus wächst dank internationaler Gäste
Auf Jeju steigen die Tourismusausgaben. Dafür sorgen vor allem Besucher aus dem Ausland, während koreanische Urlauber zuletzt weniger Geld auf der Insel ausgaben. Die neuen Halbjahreszahlen zeigen auch, wie unterschiedlich die Gäste ihr Reisebudget verteilen.
Von Januar bis Juni 2026 gaben Reisende auf der koreanischen Ferieninsel insgesamt rund 855 Millionen Euro aus. Nach Schätzungen der Jeju Tourism Organization waren das 6,4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Internationale Gäste steigerten ihre Ausgaben um 44,4 Prozent auf rund 198,5 Millionen Euro. Bei koreanischen Urlaubern gingen sie dagegen um 1,5 Prozent auf etwa 656,6 Millionen Euro zurück.
Besonders deutlich wurde die unterschiedliche Entwicklung zwischen April und Juni. In diesem Zeitraum sanken die Ausgaben koreanischer Besucher gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent. Internationale Reisende gaben hingegen 34,5 Prozent mehr aus. Damit trugen sie dazu bei, dass die gesamten Tourismusausgaben auch im zweiten Quartal noch leicht stiegen.
Wofür die Gäste ihr Geld ausgeben, unterscheidet sich ebenfalls. Bei internationalen Besuchern standen Unterkünfte im ersten Halbjahr mit rund 84,7 Millionen Euro an erster Stelle. Es folgten Einkäufe mit etwa 51 Millionen Euro und Restaurants, Cafés sowie Bäckereien mit rund 47,3 Millionen Euro. Koreanische Urlauber gaben dagegen mehr für Gastronomie und Einkäufe aus als für Unterkünfte.
Auch innerhalb des internationalen Publikums gibt es unterschiedliche Vorlieben. Bei Gästen aus China, Hongkong und Taiwan hatte der Einzelhandel einen besonders hohen Stellenwert, darunter Duty-free-Shops und Kosmetikgeschäfte. Für Besucher aus Nordamerika und Europa machten Unterkünfte den größten Anteil aus. Europäische Gäste gaben zudem einen höheren Anteil ihres Budgets für Mietwagen und Restaurants mit westlicher Küche aus als internationale Besucher insgesamt.
Wie bedeutsam China für Jejus Tourismus ist, zeigt die Besucherstatistik des vergangenen Jahres. Von den mehr als 2,24 Millionen internationalen Gästen kamen rund 70 Prozent aus China. Insgesamt verzeichnete die Insel 2025 etwa 13,86 Millionen Besucher aus dem In- und Ausland.
Koreanische Reisende bleiben dennoch die größte Gästegruppe gemessen an den Ausgaben. Sie stehen für knapp 77 Prozent des erfassten Volumens. Dabei verlief die Entwicklung je nach Alter unterschiedlich: Im zweiten Quartal gingen die Ausgaben der Besucher unter 30 Jahren um 22,9 Prozent zurück, während sie bei Gästen ab 60 Jahren um 7,7 Prozent stiegen.
Die Auswertung basiert auf Transaktionsdaten des Kreditkartenanbieters BC Card, aus denen die Tourismusorganisation das gesamte Ausgabenvolumen schätzt. Sie will solche Analysen künftig regelmäßig veröffentlichen, damit Tourismusbetriebe ihre Angebote besser auf die unterschiedlichen Besuchergruppen abstimmen können.

