25 Jahre Teemuseum auf Jeju
Mitten zwischen den grünen Teefeldern im Südwesten Jejus öffnete im September 2001 ein besonderes Museum. Das O’Sulloc Tea Museum war das erste seiner Art in Korea und feiert in diesem Monat sein 25-jähriges Bestehen. Errichtet wurde das Museum unmittelbar neben Teefeldern, die dort bereits zuvor angelegt worden waren.
Das Museum liegt in der Stadt Seogwipo auf der Insel Jeju. Dort erfahren Besucher mehr über Koreas Teekultur und darüber, wie aus Teeblättern verschiedene Sorten entstehen. Die Architektur reflektiert dieses Thema und wurde gezielt in das Gesamtkonzept integriert. Das Hauptgebäude wurde einer Teetasse nachempfunden und greift damit auf spielerische Weise auf, worum sich im Inneren fast alles dreht.
Im Museum beginnt die Geschichte mit der koreanischen Teekultur und ihrer langen Tradition. Teegeräte und verschiedene Gefäße zeigen, wie Tee über viele Generationen zubereitet und getrunken wurde. Gleichzeitig erfährt man, wie unterschiedlich Teeblätter verarbeitet werden und welche Sorten daraus entstehen.

Vom Teeblatt bis in die Tasse
In der Tea Roastery lässt sich die Verarbeitung der Teeblätter direkt beobachten. Dort werden Teeblätter geröstet, während sich ihr warmer Duft im Raum ausbreitet. Der frisch zubereitete Tee kann anschließend probiert werden, sodass aus der Herstellung gleich eine Kostprobe wird.
Eine andere Form der Verarbeitung zeigt der Tea Stone Cellar. Dort lagern fermentierte Tees während ihrer Reifung in unterschiedlichen Holzbehältern und großen Fässern. Verwendet werden dafür unter anderem Jeju-Zeder, Kampferholz und Eiche.

Nach diesen Einblicken in Geschichte und Herstellung spielt auch das Probieren eine große Rolle. Im Store werden unterschiedliche Tees aufgebrüht, darunter verschiedene Sorten und Röstungen. So können Besucher die Unterschiede selbst schmecken und anschließend ihren bevorzugten Tee auswählen.
Die Auswahl im Verkaufsbereich ist entsprechend umfangreich. In den Regalen stehen klassische Grüntees, fermentierte Sorten, Mischungen und zahlreiche Geschenksets. Einige Produkte sind speziell auf Jeju erhältlich und greifen Zutaten oder Aromen der Insel auf.
Zum Abschluss gibt es grünen Tee auch in ganz anderer Form. Das Café serviert verschiedene Getränke, Kuchen und das bekannte Grüntee-Eis. Auf dem Gelände gibt es außerdem eine Matcha-Noodle-Bar mit Gerichten, in denen Matcha verarbeitet wird.
Rund 1,8 Millionen Menschen besuchen das Museum jedes Jahr. Etwa 30 Prozent davon kommen aus dem Ausland, was rund 540.000 internationalen Gästen entspricht. Die Koreanische Tourismusorganisation beschreibt das Museum als eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten und Kulturstätten Jejus.


Zwischen den einzelnen Gebäuden liegen Gärten, Wege und ein kleiner Kamelienwald. Gleich daneben beginnen die langen grünen Reihen des Seogwang-Teegartens. Die Teefelder reichen direkt an das Gelände des Museums heran.
Die angrenzenden Teefelder umfassen rund 530.000 Quadratmeter, also ungefähr 74 Fußballfelder. Sie bilden eines der bedeutendsten Teeproduktionsgebiete Koreas und reichen weit über das Museumsgelände hinaus. Die heutigen grünen Reihen entstanden auf felsigem, zunächst kaum fruchtbarem Boden. Für den Anbau wurden Steine entfernt, Wasser zugeführt und Windschutzwälder angelegt. Erst dadurch ließ sich die zuvor karge Fläche dauerhaft landwirtschaftlich nutzen. Heute ziehen sich die Felder über die Hänge der Umgebung.

Koreas Teekultur ist wesentlich älter
Das Museum feiert zwar seinen 25. Geburtstag, doch Koreas Teekultur reicht wesentlich weiter zurück. Schriftliche Überlieferungen dokumentieren den Teeanbau auf der koreanischen Halbinsel bereits seit dem Jahr 828. Tee entwickelte sich über viele Jahrhunderte zu einem Bestandteil koreanischer Kultur und verschiedener gesellschaftlicher Traditionen.
Auf Jeju begann der großflächige Anbau dagegen erst im späten 20. Jahrhundert. Ende der 1970er-Jahre wurden erstmals größere Flächen auf der Insel für Tee erschlossen. Auch der Seogwang-Teegarten beim heutigen Museum entstand während dieser vergleichsweise jungen Entwicklung.
Die Bedingungen auf Jeju erwiesen sich für den Teeanbau als ausgesprochen günstig. Milde Temperaturen treffen auf reichlich Niederschlag und Böden vulkanischen Ursprungs. Innerhalb weniger Jahrzehnte entstanden daraus großflächige Teegärten mit ihren charakteristischen Reihen immergrüner Pflanzen.
Aus den geernteten Blättern werden heute unterschiedliche Grüntees, Matcha und weitere Teeprodukte hergestellt. Je nach Verarbeitung unterscheiden sie sich in Geschmack, Farbe und Art der Zubereitung. Damit entwickelte sich auf Jeju eine eigene moderne Teeproduktion innerhalb der wesentlich älteren koreanischen Teekultur.

Jejus grüner Tee findet seinen Weg in die Welt
Jejus grüner Tee hat sich längst auch außerhalb Koreas einen Namen gemacht. Exportiert werden sowohl fertige Tees als auch Rohstoffe für die internationale Lebensmittelindustrie. In Europa findet man die Produkte vor allem bei spezialisierten Teehändlern und koreanischen Onlineshops, wo hochwertige Sorten aus Jeju teilweise deutlich mehr kosten als in Korea. Internationale Auszeichnungen und die weltweit wachsende Nachfrage nach hochwertigem Grüntee haben zusätzlich dazu beigetragen, die Insel auch außerhalb Koreas als Herkunftsort für Tee bekannter zu machen.
25 Jahre Teemuseum auf Jeju
Tee gehört zu Korea und hat einen festen Platz in der Kultur des Landes. Jeju ist dabei besonders für seinen hochwertigen grünen Tee bekannt.
Auf Jeju befindet sich das erste Teemuseum Koreas. Seit einem Vierteljahrhundert gibt es nun das Teemuseum auf der Insel. Besucher können dort koreanische Teekultur kennenlernen und zugleich sehen, wie Tee verarbeitet wird. Dazu kommen die vielen Möglichkeiten, unterschiedliche Sorten selbst zu probieren und kennenzulernen

